Narbenpflege:
Für ein gutes
Ergebnis.
Das Wichtigste
auf einen Blick
Jede Operation hinterlässt Spuren. Eine sorgfältige und konsequente Narbenpflege ist der Schlüssel zu einem ästhetisch ansprechenden Ergebnis – sie kann den Unterschied zwischen einer harten, roten Narbe und einer weichen, flachen, blassen Linie ausmachen.
Eine konsequente Narbenpflege ist entscheidend für ein unauffälliges, ästhetisches Ergebnis nach einer Operation.
Die Pflege beginnt erst, nachdem die Wunde vollständig verschlossen ist und die Fäden entfernt wurden (ca. 2–3 Wochen nach der OP).
Die drei Säulen der effektiven Narbenpflege sind: Schutz vor Sonne, Feuchtigkeit (z.B. durch Silikon) und sanfte Massage.
Produkte auf Silikonbasis (Gele oder Pflaster) gelten als Goldstandard in der Narbenbehandlung, da sie ein ideales feuchtes Milieu schaffen und die Kollagenproduktion regulieren.
Geduld ist unerlässlich: Die Narbenreifung dauert bis zu 18 Monate. Eine konsequente Pflege über mindestens 6–12 Monate ist daher entscheidend.
Die Biologie
der Narbenbildung
Um zu verstehen, warum Narbenpflege so wichtig ist, müssen wir den Prozess der Wundheilung betrachten. Wenn die Haut durch einen Schnitt verletzt wird, startet der Körper ein komplexes Reparaturprogramm. In der letzten Phase, der sogenannten Proliferations- und Umbauphase, werden Kollagenfasern gebildet, um die Wunde zu schließen.
Bei einer ungestörten Heilung entstehen feine, parallele Kollagenfasern, die eine unauffällige Narbe bilden. Kommt es jedoch zu Störungen – durch Infektionen, zu viel Spannung auf der Wunde oder eine genetische Veranlagung – kann der Körper zu viel Kollagen produzieren. Die Fasern werden unorganisiert und chaotisch abgelagert. Das Ergebnis ist eine hypertrophe (erhabene, rote) Narbe oder im schlimmsten Fall ein Keloid.
Eine gute Narbenpflege greift genau hier ein: Sie schafft ein optimales Milieu für die Heilung, reguliert die Kollagenproduktion und hilft dem Körper, die Kollagenfasern geordneter auszurichten. Das Ziel ist es, den natürlichen Umbauprozess so zu unterstützen, dass die Narbe am Ende weich, flach und blass wird.
„Eine gute Narbenpflege schafft ein optimales Milieu für die Heilung und hilft dem Körper, Kollagenfasern geordneter auszurichten."
Postoperative Narbenbiologie
Erhabene, rote Narbe durch überschießende Kollagenproduktion. Bleibt auf die ursprüngliche Wundfläche begrenzt – im Gegensatz zum Keloid, das darüber hinauswächst.
Feuchtigkeitsabschluss der Narbe durch Silikonprodukte. Verhindert Wasserverlust, reguliert die Kollagenproduktion und gilt als Goldstandard der Narbenbehandlung.
Kompressionswäsche für optimale Narbenheilung –
medizinisch geprüft, für jeden Eingriff das passende Modell.
Die drei Säulen der
effektiven Narbenpflege
Schutz
Frisches Narbengewebe hat keine Pigmentzellen und ist extrem empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Direkte Sonneneinstrahlung kann zu einer dauerhaften Dunkelfärbung (Hyperpigmentierung) der Narbe führen. Daher ist ein konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+) für mindestens 12 Monate unerlässlich.
Feuchtigkeit (Okklusion)
Die Aufrechterhaltung eines feuchten Milieus auf der Narbe ist der wichtigste Faktor, um die Kollagenproduktion zu regulieren. Dies verhindert, dass die Haut zu viel Wasser verliert, und signalisiert den Zellen, die Reparaturprozesse zu normalisieren. Hierfür sind Produkte auf Silikonbasis ideal.
Massage
Sobald die Narbe stabil genug ist (ca. 4–6 Wochen nach OP), hilft eine sanfte, regelmäßige Massage, die Kollagenfasern aufzulockern, Verklebungen mit dem darunterliegenden Gewebe zu lösen und die Durchblutung zu fördern. Die Narbe wird dadurch weicher und beweglicher.
Die richtigen
Werkzeuge
Der Markt für Narbenpflegeprodukte ist groß. Hier erklären wir die wichtigsten und wirksamsten Optionen – von der wissenschaftlich belegten Silikontechnologie bis zur ergänzenden Narbenmassage.
Silikongele und -cremes
Sie sind der Goldstandard in der Narbenpflege. Nach dem Auftragen bilden sie einen dünnen, wasserdampfdurchlässigen Film auf der Haut. Dieser Film imitiert die Funktion der obersten Hautschicht, reduziert den Wasserverlust und schafft das ideale feuchte Milieu. Sie sollten 2x täglich dünn auf die trockene, saubere Narbe aufgetragen werden.
Silikonpflaster & -folien
Sie haben den gleichen Effekt wie Silikongele, bieten aber zusätzlich einen leichten Druck und Schutz vor Reibung durch Kleidung. Sie eignen sich besonders für Narben an Gelenken oder unter enger Kleidung. Die Pflaster werden auf die Narbe geklebt und bleiben dort für 12–24 Stunden, bevor sie gereinigt und wiederverwendet werden.
Narbencremes mit Zwiebelextrakt oder Heparin
Diese Cremes können die Durchblutung fördern und entzündungshemmend wirken. Ihre Wirksamkeit bei der Verhinderung von überschießender Narbenbildung ist jedoch weniger gut belegt als die von Silikon. Sie können eine Ergänzung, aber kein Ersatz für Silikon sein.
Narbenmassage
Verwenden Sie eine fetthaltige Creme oder ein Öl, um die Reibung zu minimieren. Massieren Sie die Narbe mit sanftem, kreisendem Druck für einige Minuten. Sie können auch die Haut seitlich der Narbe fassen und leicht gegeneinander verschieben, um Verklebungen zu lösen.
Kompressionswäsche als Teil der Narbenpflege –
schützt Narben vor Zug, Reibung und Druck.
Der Zeitplan:
Wann mache ich was?
Absolute Wundruhe
Absolute Ruhe für die Wunde. Halten Sie die Wunde sauber und trocken. Kein Wasser, keine Cremes, keine Sonne. Die Wunde ist mit Pflastern oder Steri-Strips bedeckt. Kein Eingriff in den Heilungsprozess.
Silikon & Sonnenschutz
Die Wunde ist geschlossen, aber noch nicht stabil. Beginnen Sie mit der Anwendung von Silikongel oder -pflastern. Schützen Sie die Narbe konsequent vor Sonne (LSF 50+ oder abdecken). Vermeiden Sie jeglichen Zug oder Spannung auf der Narbe.
Massage & aktive Pflege
Die Narbe ist stabil. Führen Sie die Anwendung von Silikonprodukten und den Sonnenschutz fort. Beginnen Sie zusätzlich mit der täglichen, sanften Narbenmassage. Dies ist die wichtigste Phase, um die Narbe weich und flach zu bekommen.
Teil Ihrer Geschichte –
unauffällig gemacht
Eine Narbe ist ein Teil Ihrer Geschichte, aber sie muss nicht Ihr Erscheinungsbild dominieren. Mit der richtigen Pflege, Konsequenz und Geduld haben Sie es selbst in der Hand, das Aussehen Ihrer Narbe maßgeblich zu verbessern. Setzen Sie realistische Ziele: Das Ziel ist nicht eine unsichtbare, sondern eine unauffällige Narbe.
Jede Narbe heilt anders, und der Prozess dauert seine Zeit. Seien Sie nachsichtig mit sich und Ihrem Körper. Wenn Sie unsicher sind, Ihre Narbe sich stark rötet, juckt oder wächst, zögern Sie nicht, Ihren Arzt zu konsultieren. Eine professionelle Beratung gibt Ihnen die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein.
Das Ziel ist eine unauffällige, nicht unsichtbare Narbe – realistische Erwartungen sind entscheidend.
Starke Rötung, Jucken oder wachsende Narbe: Arzt konsultieren – es könnte ein Keloid entstehen.
6–12 Monate
Häufige Fragen zur Narbenpflege
A) Grundlagen & Timing
Narbenpflege hilft, den natürlichen Heilungsprozess der Haut zu optimieren. Sie kann dazu beitragen, dass eine Narbe weicher, flacher und farblich unauffälliger wird. Ohne Pflege besteht ein höheres Risiko für rote, erhabene (hypertrophe) oder wuchernde (keloide) Narben.
Erst wenn die Wunde vollständig verschlossen ist, die Fäden gezogen wurden und alle Krusten von selbst abgefallen sind. Dies ist in der Regel etwa 2 bis 3 Wochen nach der Operation der Fall. Beginnen Sie niemals mit der Pflege auf einer offenen Wunde.
Die Narbenreifung ist ein langer Prozess, der bis zu 1,5 Jahre dauern kann. Für ein optimales Ergebnis sollten Sie die Narbe für mindestens 6 bis 12 Monate konsequent pflegen. Je länger, desto besser.
Nein, das ist leider nicht möglich. Narbengewebe ist Ersatzgewebe und wird sich immer von der umgebenden Haut unterscheiden. Das Ziel der Narbenpflege ist es, die Narbe so unauffällig wie möglich zu machen, nicht, sie verschwinden zu lassen.
Sie heilt trotzdem, aber das Risiko für eine unschöne Narbenbildung ist deutlich höher. Die Narbe könnte hart, rot, erhaben, juckend oder schmerzhaft werden und bleiben. Sie vergeben die Chance, das ästhetische Ergebnis aktiv zu verbessern.
Die drei goldenen Regeln sind: 1. Konsequenter Sonnenschutz (LSF 50+), 2. Ein feuchtes Milieu schaffen (am besten mit Silikonprodukten) und 3. Regelmäßige, sanfte Massage (sobald die Narbe stabil ist).
Nein. Die Narbenheilung ist sehr individuell und hängt von vielen Faktoren ab: Genetik, Hauttyp, Alter, Ort der Narbe, Art der Verletzung und eventuelle Komplikationen bei der Heilung. Deshalb kann das Ergebnis der Pflege von Person zu Person variieren.
Ja, auch bei älteren, aber noch aktiven (roten, harten) Narben kann eine konsequente Pflege noch zu einer deutlichen Verbesserung führen. Bei sehr alten, weißen und weichen Narben ist der Effekt geringer, aber eine gute Hautpflege ist nie verkehrt.
Eine hypertrophe Narbe ist rot, erhaben und juckt oft, bleibt aber auf die ursprüngliche Wundfläche beschränkt. Ein Keloid ist eine gutartige Wucherung, bei der das Narbengewebe über die ursprünglichen Wundränder hinauswächst. Keloide sind schwieriger zu behandeln.
Narbenpflege ist ein Marathon, kein Sprint. Erste Verbesserungen in der Weichheit und Farbe können nach 4-8 Wochen konsequenter Anwendung sichtbar werden. Deutliche Ergebnisse zeigen sich aber oft erst nach 3-6 Monaten.
B) Produkte & Methoden
Produkte auf Silikonbasis (Gele oder Pflaster) gelten als Goldstandard und ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich am besten belegt. Sie schaffen ein ideales feuchtes Milieu auf der Haut, was die Kollagenproduktion reguliert.
Beide sind sehr wirksam. Gele sind ideal für sichtbare Bereiche wie das Gesicht oder für bewegliche Stellen. Pflaster bieten zusätzlichen Schutz vor Reibung durch Kleidung und sind gut für Narben am Körper (z.B. nach Bauchdeckenstraffung) geeignet.
Cremes mit Zwiebelextrakt oder Heparin können entzündungshemmend wirken und die Durchblutung fördern. Sie können eine Ergänzung sein, aber die wissenschaftliche Evidenz für ihre Wirksamkeit ist schwächer als die für Silikon. Sie ersetzen nicht den Okklusionseffekt von Silikon.
Silikongele sollten 2x täglich dünn auf die saubere, trockene Narbe aufgetragen werden. Silikonpflaster werden einmal aufgeklebt und bleiben für 12-24 Stunden auf der Haut, bevor sie gereinigt und wiederverwendet werden.
Beginnen Sie erst ca. 4-6 Wochen nach der OP. Verwenden Sie eine fetthaltige Creme oder ein Öl. Massieren Sie mit der Fingerkuppe mit sanftem, kreisendem Druck entlang der Narbe. Sie können auch die Haut neben der Narbe fassen und leicht verschieben, um Verklebungen zu lösen. Die Massage sollte angenehm sein und nicht schmerzen.
Solche Produkte können die Haut geschmeidig halten und eignen sich gut als Grundlage für eine Narbenmassage. Sie bieten jedoch nicht den wissenschaftlich belegten Okklusionseffekt von Silikon, der für die Regulierung der Kollagenproduktion entscheidend ist.
Ja, unbedingt! Viele Silikongele enthalten bereits einen LSF, aber ein zusätzlicher hoher Sonnenschutz (LSF 50+) ist immer empfehlenswert. Tragen Sie zuerst das Silikongel auf, lassen Sie es trocknen und tragen Sie dann den Sonnenschutz darüber auf.
Ja. Lassen Sie das Silikongel vollständig trocknen (das dauert nur wenige Minuten). Danach können Sie wie gewohnt Make-up oder Camouflage darüber auftragen.
Reinigen Sie das Pflaster einmal täglich mit lauwarmem Wasser und einer milden, unparfümierten Seife. Spülen Sie es gut ab und lassen Sie es an der Luft trocknen, bevor Sie es wieder aufkleben. So behält es seine Haftfähigkeit.
Beim Microneedling werden mit feinen Nadeln winzige Verletzungen in der Haut erzeugt, was die Kollagenproduktion anregt und zu einer Neuorganisation des Narbengewebes führen kann. Es kann bei älteren, eingesunkenen (atrophen) Narben wirksam sein, sollte aber nur von Fachpersonal durchgeführt werden.
C) Alltag & Verhalten
Nein. Solange die Wunde nicht vollständig verheilt ist (ca. 4-6 Wochen), sollten Sie öffentliche Bäder und Saunen meiden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Auch danach kann die Hitze die Narbe reizen. Schützen Sie die Narbe gut.
Das hängt von der Art der OP ab. Vermeiden Sie in den ersten 6-8 Wochen Sportarten, die Zug oder Spannung auf die Narbe ausüben. Beginnen Sie langsam und hören Sie auf Ihren Körper. Besprechen Sie den genauen Zeitpunkt mit Ihrem Arzt.
Ja, massiv. Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gewebes. Dies führt zu einer deutlich schlechteren Wundheilung und einem höheren Risiko für unschöne Narben. Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen.
Ja. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Proteinen, Vitaminen (besonders Vitamin C) und Zink ist wichtig für die Kollagenbildung und eine gute Wundheilung. Trinken Sie außerdem ausreichend Wasser, um die Haut elastisch zu halten.
Leichter Juckreiz ist ein normales Zeichen des Heilungsprozesses. Kratzen Sie auf keinen Fall! Das würde die Narbe reizen. Kühlende Umschläge, das sanfte Einklopfen von Silikongel oder spezielle Cremes gegen Juckreiz können Linderung verschaffen.
Vermeiden Sie Kleidung, die direkt auf der Narbe reibt oder scheuert. Dies kann zu Reizungen führen und die Heilung stören. Ein Silikonpflaster kann hier als Schutzschicht dienen. Ansonsten ist lockere Kleidung zu bevorzugen.
Nein, das ist meist normal. Warmes Wasser fördert die Durchblutung, was die Narbe vorübergehend röter erscheinen lässt. Solange die Rötung schnell wieder abklingt, ist das kein Grund zur Sorge.
Absoluter Sonnenschutz ist Pflicht! Verwenden Sie einen wasserfesten Sunblocker mit LSF 50+ und tragen Sie ihn großzügig und wiederholt auf. Decken Sie die Narbe zusätzlich mit Kleidung oder einem Pflaster ab. Meiden Sie die direkte Mittagssonne.
Ja, das ist möglich, aber erst, wenn die Narbe vollständig ausgereift ist (mindestens 12-18 Monate alt). Bedenken Sie, dass die Haut über der Narbe die Tattoofarbe anders annehmen kann. Suchen Sie sich einen erfahrenen Tätowierer, der Erfahrung mit Narbengewebe hat.
Wenn Sie eine Veranlagung zur Bildung von Keloiden haben, ist eine besonders aggressive und frühzeitige Narbenpflege entscheidend. Informieren Sie Ihren Chirurgen unbedingt vor der OP darüber. Die Kombination aus Silikonpflastern und ggf. Kompressionstherapie ist hier besonders wichtig.
D) Professionelle Behandlungen
Wenn die Basispflege nicht ausreicht, gibt es professionelle Behandlungsmöglichkeiten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Optionen wie Kortisoninjektionen, Laserbehandlungen oder medizinische Peelings.
Spezielle fraktionierte Laser können die Rötung von Narben reduzieren (indem sie die kleinen Blutgefäße veröden) und die Kollagenstruktur neu ordnen. Es sind meist mehrere Sitzungen erforderlich. Dies sollte nur von einem erfahrenen Dermatologen oder plastischen Chirurgen durchgeführt werden.
Kortison wirkt stark entzündungshemmend und kann die übermäßige Kollagenproduktion in hypertrophen Narben oder Keloiden stoppen. Die Narbe wird dadurch flacher und weicher. Die Injektionen müssen oft mehrmals im Abstand von einigen Wochen wiederholt werden.
Ja, eine Narbenkorrektur ist möglich. Dabei wird die alte Narbe ausgeschnitten und die Wunde unter optimalen Bedingungen und mit speziellen Nahttechniken neu verschlossen. Eine solche Korrektur sollte aber erst durchgeführt werden, wenn die Narbe vollständig ausgereift ist (nach ca. 1 Jahr).
Bei der Kryotherapie wird das wuchernde Narbengewebe (insbesondere bei Keloiden) mit flüssigem Stickstoff vereist. Die Zellen sterben ab und die Narbe wird flacher. Diese Methode wird oft in Kombination mit Kortisoninjektionen angewendet.
Ja, sehr sogar. Nach Operationen wie einer Bauchdeckenstraffung oder bei großflächigen Verbrennungen ist eine Kompressionstherapie Standard. Der gleichmäßige Druck auf die Narbe kann die Kollagenproduktion regulieren und die Bildung hypertropher Narben verhindern.
Bei der Dermabrasion wird die oberste Hautschicht mechanisch abgeschliffen, um die Kanten von eingesunkenen oder unebenen Narben (z.B. Aknenarben) an das umgebende Hautniveau anzugleichen. Dies ist eine invasive Methode, die von einem Arzt durchgeführt werden muss.
Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht (z.B. bei schmerzhaften, bewegungseinschränkenden Narben oder Keloiden), können die Kosten übernommen werden. Bei rein ästhetischen Korrekturen müssen die Kosten meist selbst getragen werden. Ein Kostenvoranschlag und eine Anfrage bei der Kasse sind empfehlenswert.
Ja, oft ist eine Kombination verschiedener Methoden am wirksamsten. Zum Beispiel kann man Silikonpflaster mit regelmäßiger Massage kombinieren oder eine Laserbehandlung durch Kortisoninjektionen ergänzen. Ihr Arzt wird einen individuellen Behandlungsplan für Sie erstellen.
Die richtigen Ansprechpartner sind erfahrene Dermatologen (Hautärzte) oder Plastische und Ästhetische Chirurgen. Suchen Sie nach einem Arzt mit einer Spezialisierung auf Narbentherapie.
Viele professionelle Behandlungen (z.B. Laser) können erst beginnen, wenn die Narbe ausgereift ist (ca. 6-12 Monate alt). Bei aktiven, problematischen Narben kann aber auch eine frühe Intervention (z.B. Kortisoninjektionen) sinnvoll sein. Lassen Sie sich beraten.
Jede Narbe kann behandelt und verbessert werden, aber nicht jede Narbe kann komplett unsichtbar gemacht werden. Besonders schwierig sind sehr alte, weiße, eingesunkene Narben oder große Keloide. Aber auch hier gibt es Optionen wie Unterspritzung, Laser oder chirurgische Korrektur.
Ja, die meisten Narbenpflegeprodukte (Silikongele, Cremes) sind in der Schwangerschaft unbedenklich. Informieren Sie sich aber über die Inhaltsstoffe und sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Frauenarzt.
Eingesunkene (atrophe) Narben entstehen durch einen Gewebeverlust. Hier können Füllmaterialien wie Hyaluronsäure oder Eigenfett die Narbe von unten auffüllen und das Hautniveau angleichen. Auch Microneedling kann hier helfen.
Ja, auch alte Narben können von einer guten Pflege profitieren. Wenn die Narbe noch aktiv ist (rot, hart), kann eine Behandlung mit Silikon und Massage noch zu einer Verbesserung führen. Bei sehr alten, inaktiven Narben sind die Möglichkeiten begrenzter.
Anzeichen einer Entzündung sind starke Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerzen und ggf. Eiterbildung. Wenn Sie diese Symptome bemerken, suchen Sie sofort einen Arzt auf. Eine Infektion muss schnell behandelt werden.
Nein, auf keinen Fall. UV-Strahlung aus dem Solarium ist genauso schädlich wie natürliche Sonne und kann zu einer dauerhaften Verfärbung der Narbe führen. Vermeiden Sie Solarien für mindestens 12 Monate nach der OP.
Ja, es gibt Silikonprodukte, die speziell für Kinder entwickelt wurden. Sie sind besonders hautfreundlich und oft in kindgerechten Designs erhältlich. Die Prinzipien der Narbenpflege sind bei Kindern die gleichen wie bei Erwachsenen.
Ja, für ein gleichmäßiges Ergebnis sollte die gesamte Narbe behandelt werden. Wenn Sie Silikonpflaster verwenden, können Sie mehrere Streifen nebeneinander oder überlappend anbringen, um die gesamte Länge abzudecken.
Nein, erst wenn die Wunde vollständig verschlossen ist. Auf offenen Wunden können Pflegeprodukte das Infektionsrisiko erhöhen. Sobald die Wunde aber geschlossen ist, ist ein früher Beginn der Pflege sehr sinnvoll.
Bei richtiger Pflege (tägliches Waschen) hält ein Silikonpflaster etwa 2-4 Wochen, bevor es seine Haftfähigkeit verliert. Danach sollten Sie ein neues Pflaster verwenden.
Sie sollten nicht mehrere Produkte übereinander auftragen, da dies die Wirkung beeinträchtigen kann. Wählen Sie ein Hauptprodukt (z.B. Silikongel) und ergänzen Sie es durch Massage und Sonnenschutz. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihren Arzt.
Eine normale Narbe ist das Ergebnis einer geordneten Wundheilung und bleibt auf die ursprüngliche Wundfläche beschränkt. Ein Keloid ist eine gutartige Wucherung, bei der das Narbengewebe über die Wundränder hinauswuchert. Keloide sind schwieriger zu behandeln und neigen zu Rezidiven.